Die Nacht war kühl und klar. Mit den ersten Sonnenstrahlen, die mein Gesicht sanft erwärmten, erwachte auch die Natur zum Leben. Fasziniert von ihrer stillen Schönheit machte ich mich am Ilkerbruch auf, meine Runde um den See zu drehen.
Nachdem die Temperaturen beachtlich zugenommen hatten, befand ich mich an dem Ort, den Ringelnattern besonders schätzen. Zu beiden Seiten säumten Gräben mit dichtem Uferbewuchs den Weg und in den Wiesen funkelten kleine Teiche im Morgenlicht. Gerade in den frühen Stunden suchen Ringelnattern sonnige Uferbereiche von Teichen sowie langsam fließende Gräben und Bäche auf, um sich für Beutezüge aufzuwärmen. Ich hielt aufmerksam Ausschau nach ihnen, bewegte mich ruhig und bedacht, um sie nicht zu stören. Ich genoss es, so leise wie möglich unterwegs zu sein. Mein Teleobjektiv ermöglichte es mir, die Ringelnattern aus der Ferne zu entdecken, ohne sie in ihrem natürlichen Verhalten zu stören.
An diesem Morgen konnte ich eine große Ringelnatter ausfindig machen, die eingerollt im Gras lag und sich wärmte. Auf der anderen Seite des Weges schlich eine Ringelnatter durch das Grün der Uferböschung.
Eine meiner schönsten Erinnerungen mit Ringelnattern erlebte ich an einem Teich im Giebelmoor. Eingebettet im Wald lag das Wasser still und glatt. Eine Bewegung im Wasser zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Eine Ringelnatter schwamm direkt auf mich zu, ohne Notiz von mir zu nehmen. Das Züngeln ihrer Zunge verriet mir, dass sie auf Beute aus war.
Nahe der Uferböschung lag ein großer Ast im Wasser, hinter dem die Ringelnatter kurz verweilte; lediglich ihr Kopf war zu sehen. Die Sonne hob ihr unverkennbares gelblich-schwarzes Nackenband hervor. Nach einem kurzen Moment der Ruhe überquerte sie den Ast. Während sie im seichten Wasser mit gehobenem Kopf und züngelnder Zunge schwamm, befand sich der hintere Teil ihres Körpers noch auf dem Ast. Das sanfte Licht der Sonne betonte die Schönheit dieser Szene, in der die Ringelnatter im Wasser spiegelnd mit eleganter Bewegung ihre Jagd fortsetzte.
Diese Fotoserie präsentiert Beobachtungen von Ringelnattern, die ich in vergleichbaren Landschaften festhalten konnte – darunter das Giebelmoor, der Drömling und das Biebrza-Flusstal.